TanzNetzDresden

die Wirklichkeit, das Zebra

Magdalena Weniger ist relativ neu in der Dresdner Performance- und Tanzszene und stellt erstmals eine choreografische Arbeit vor.


die Wirklichkeit, das Zebra

Proben sind vorbei, technische Einrichtung und Generalprobe stehen vor der Tür....

NEUNEUNEU
Ich- Magdalena Weniger- lebe und arbeite seit einem guten Jahr hier in Dresden. Ich bin Tanz- und Performanceschaffende, komme ursprünglich aus dem Dreiländereck in Süddeutschland nähe Frankreich und der Schweiz. Ich bin gerade viel unterwegs, will aber zukünftig gerne noch mehr in Dresden ankommen. Ich freue mich, dass ich nun nach vielen kleinen Aktionen endlich eine choreografische Arbeit (work-in-progress) vorstellen kann. 

Wir waren letzten Woche zu viert im Studio im Industriegelände. Tänzerin Kristin Mente, Künstlerin Ina Weise und Musiker Joscha Baltes- und ich.

die Wirklichkeit, das Zebra

„ Für den Menschen existiert natürlich nur die Welt, die er wahrnimmt, das, worauf er durch seine Sinne die Aufmerksamkeit zu richten sich gewöhnt hat: die Zufallsauschnitte seiner Zufallssinne (...) die winzigern Zufallsauschnitte von ein paar armseligen Zufallssinnen sind unsere Welt.“ F. Mauthner

Aus den verschiedenen Perspektiven- dem Tanz, der Musik und der Installation-beschäftigen wir uns damit wie wir mit Hilfe unserer Sinne unsere Welt wahrnehmen und konstruieren. Physiologisch sind es neun Sinne!!! Sehen, Riechen, Fühlen, Schmecken, Hören, Gleichgewichts-, Temperatur-, Schmerz- und eigenes Körperempfinden.
Die Wirklichkeit ist für uns sehr diffus. Das Sprechen darüber ist oft subjektiv und fragmentarisch, es trabt uns immer wieder davon. Das Zebra. Was hat es damit auf sich? Das ZEBRA ist für uns ein vielschichtige Analogie für die Konstruktion der Wirklichkeit geworden.Das Zebra ist in der Savanne augenscheinlich nicht gut getarnt, doch flimmern seine Streifen in der Hitze, die Konturen verschwimmen. Das Zebra ist ein Herdentier und überlebt dort am Besten, die Herde lässt Einzeltiere zu einer Masse schmelzen. Feinde werden verwirrt: die Vernunft, objektive Tatsachen, anders Denkende.

Mit Bewegung, Musik und Material haben wir uns diesem Thema genähert und haben Konfrontation verschiedener Perspektiven und Ästhetik erlebt, die Konzentration auf die Wahrnehmung durch verschiedene Sinne war herausfordernd weil nicht alltagstauglich.

Eine ständige Konstruktion und Dekonstruktion unserer Umgebung. Mit INA haben wir wunderbare Landschaften gebaut, die Musik haben wir durch den Raum getragen und dann haben wir uns gefragt, wie sich Wirklichkeit in Bewegungausdrücken kann und wie viel davon wirklich sichtbar wird.

Nach dieser Recherchewoche geht es nun mit der LINIE 08 auf die Bühne. Im Herbst werden wir das Stück dann abendfüllender weiterentwickeln.

 

 

 

 

Text von Magdalena Weniger
Fotos von Magdalena Weniger

LINIE 08 MAI 2017

19. und 20. Mai

20 Uhr

EKZ Hellerau

www.hellerau.org/state-and-dis-traction