TanzNetzDresden

TanzNetzDresden Dinner Juni 2018

Eine Ära geht zu Ende! Das TanzNetzDresden verabschiedet sich von Dieter Jaenicke und Team und....der LINIE 08.


Vor 7 Jahren hat die LINIE 08 Fahrt aufgenommen.
Das TanzNetzDresden hat in Kooperation mit Hellerau ein Format geschaffen, dass vielseitig und beständig die Arbeiten der Dresdner Tanzschaffenden präsentierte.
Das TanzNetzDresden hat am 3.Juni 2018 zum Dinner geladen, um sich von der von der Intendanz Dieter Jaenicke und Carmen Mehnert  (Leitung Performing Arts) zu verabschieden. Nach vielen vielen LINIE 08 Abenden, viel Weiterentwicklung, Mehrförderungen, Gastspielen und vielen gewonnenen Erfahrungen geht diese Zeit nun zu Ende. Die LINIE 08 wird im Herbst 2018 ein letztes Mal das ganze Haus Hellerau bespielen.

Wir sind dankbar und glücklich über diese langjährigen Kooperation und sind gespannt auf die Zukunft.

Es war ein rauschendes Fest.

Rudi Dubrovnik TNDD Dinner

Rudi Dubrovnik TNDD Dinner

Rudi Dubrovnik TNDD Dinner

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TOAST

Wer für alles offen ist, ist nicht ganz dicht - dachte ich mir an jenem Tag, als wir in Hellerau saßen und Carmen und Dieter meinten: macht mal.
Wir öffnen unsere Türen, wir geben euch Geld, Manpower und Raum und ihr macht.
Wer bitte öffnet derart offen seine Türen, dachte ich.
Das bereuen die noch.
Haben sie vielleicht auch.
Wir nicht. Natürlich nicht.

Uns wurde Raum gegeben und wir haben 7 Jahre lang eine Menge daraus gelernt.
Vor allem aber, hatten wir eine große Freiheit.
Wir konnten machen, was wir wollten. Und das taten wir auch.

Für mich ganz persönlich geht mit der LINIE 08 wie wir sie kennen, eine Ära zu Ende. Eine Ära in der ich 500 Zeichen hatte, um meine Idee für das nächste Jahr LINIE 08 aufzuschreiben, um dann - nach von uns beantragten Mitteln, Verhandlungen mit Hellerau, Änderungen hier und da - einfach machen zu können, wozu ich gerade Lust hatte, wonach es mir gerade dürstete, wo es am meisten drückte und zog.

Es durfte auf das wildeste probiert werden. Was für ein Luxus! Nichts musste fertig werden, nichts musste auf eine Produktion hinarbeiten, es musste noch nicht mal eine im Hinterkopf sein - nein, es durfte einfach so geforscht werden. Was für ein Luxus! Und das unter meist hervoragenden Bedingungen. Nicht finanziell, so viel ist klar. Finanziell war es immer der totale Genickschuss - vor allem vor dem Hintergrund, dass wir irgendwann begannen, uns für Honoraruntergrenzen nicht nur zu interessieren, sondern diese auch einzufordern. Nur bei der LINIE 08 nicht. Die war irgendwie unantastbar, heilig fast. Es war klar, eine L08 mit HUG war undenkbar. Aber ein Leben ohne L08 irgendwie auch. Also schaute man lieber auf die tollen Bedingungen, unter denen all diese kleinen und größeren Werke entstanden.

Techniker - da.
Schwingboden und Tanzteppich - da.
Lampen  - da.
Beamer - möglich.
Sound - amtlich.
Besucher - wachsend.
Feedback - gemischt.
Entwicklung - konstant.
Vision ? noch offen.
So offen, wie die Türen Helleraus. Wie die Köpfe, die uns ins Haus ließen.  

Ich habe viel gelernt. Scheinwerfernamen, Technikersprech, Versammlungsstättenverordnungspunkte z.B. zum Brandschutz, Tanzteppich RICHTIG verkleben, Finanzpläne stricken und VeranstaltungsDisposition, Antragslyrik, Vermittlungsfähigkeiten, Sturheit, Blickwinkelwechsel.

Und ich bin stolz.
Auf uns.
Auf das TanzNetzDresden und sein Durchhalte- und in manchen Punkten Durchsetzungsvermögen und auf Hellerau - auf Dieter und Carmen, dass sie uns nicht rausgeschmissen haben, dass sie uns er- und getragen haben, dass sie weiter nicht ganz dicht und offen geblieben sind!

Für mich hat der Anfangszauber bis heute gehalten.
Auch wenn wir über die Jahre einiges an Nerven gelassen haben.
Auch wenn nicht alle weitergekommen sind.
Auch wenn die Nähe zu Hellerau manchmal eine schier unüberwindbare Distanz aufzeigte.
Wir sind alle gewachsen.

Und das ist vielleicht der mir wichtigste Punkt:
Wer für alles offen ist, ist neugierig. Und nur die Neugierde lässt uns wachsen.
Um es mit Nietzsche zu sagen: Die Glücklichen sind neugierig.
Und das wünsche ich uns allen von ganzem Herzen: neugierig bleiben. Immer.

Dresden, den 03.06.18

Johanna Roggan

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Text von Magdalena Weniger

Magdalena Weniger

Johanna Roggan

 

Fotos von

Rudi Dubrovnik