TanzNetzDresden

Probeneinblick- WIRED

Unsere Arbeit im Studio// das HEUTE und MORGEN


04 05 2017
 
 
/// Wir proben nun seit einigen Tagen im Labor der Trans-Media-Akademie Hellerau e.V.
 
Jo und Matthias haben ihre Technik aufgebaut. Sie sitzen vor jeweils einem Computern und lenken ihren Blick in die Tiefe des dreidimensionalen Raumes.
Dann wieder zurück auf die Oberfläche des Computers. Parameter werden verändert, adaptiert und angepasst an die gegenwärtige Zeit. Wie ist das Licht heute?
Wo und wie bewegt sich Ka heute? Hat sich etwas verändert in ihren Bewegungen? Sind sie impulsiver, langsamer, noch langsamer geworden?
Ein IST ZuStand wird abgerufen, beobachtet und durch alle Beteiligten in das technisch-organische Gefüge, auch in den Avatar! hineingelebt und gewebt.
 
Zwei Choreografinnen. Ka Dietze und Valentina Cabro. Sie kennen sich schon lange..Eine von den beiden wagt sich in das herausfordernde Kostüm von WIRED. Ka. Sie kennt das Ritual des Hineingleitens schon gut, Val verschliesst die Klettverschlüsse um das Becken, den Brustkorb und die Oberarme der Tänzerin. Die anderen „Scharniere" bindet Ka selbst um ihren Körper.
 
Ein Zwischenraum. Von elastischen Bändern zusammengehalten. Dazwischen irgendwie der Körper. Wie nur geht das? Ohne dramatisch zu sein.. wir mögen die Schlichtheit und doch auch die Besonderheiten des Lebens..
Geht das? Das Eine und das Andere? Undramatische Schönheit. Entwicklung und Zusammenführung..? Wieviel Bewegung geht überhaupt bei soviel Spannung und Streckenvorgabe der Bänder? Auch der Geist ist damit gemeint..
 
Zwei Medienkünstler bereiten Sound und Bild vor. Jo Siamon Salich und Matthias Härtig.
 
Los gehts. Ein Durchlauf von etwa 39 Minuten. Die Zahl fand Ka schön. 
 
Wir schauen zu und staunen. Mögen es. Dulden es. Lassen es wachsen. Dieses Wesen der IST Zeit.
Entworfen und freigelassen. Vorbereitet und im Ergebnis betrachtet und gespürt.
 
Ein elastisches Wesen, klein und in sich gefaltet, eine Art Keimzelle, Hülle und Sein, Kern und Umgebung, Inneres von Membran umschlossen.
Wächst und bewegt aus sich selbst heraus, bis es auf vier Füsse, dann zwei, im Raum aufgespannt, verweilt und atmet.
Die Arme frei und offen, gleichzeitig eingespannt in elastische Bänder, die nicht viel Freiheit hergeben sondern herausfordern.
Kraft fordern. Und Intelligenz. Geduld. Hingabe. Sensibilität. 
 
 
Der Körper gibt frei und wird gehalten. Vom Raum. Kostüm. Geist. Idee. Licht. Klang. Publikum.
Das Licht aus dem Beamer, Bewegung Ka, formt den Avatar in Punkten, Flächen, Strahlen, Geometrien und Ausdehnungen.
 
Und Zukunft Bald. In Hellerau. Am 19.und 20.Mai 2017. LINIE 08. 
Nebel im Raum. Ka in der Mitte der Bühne. Die interaktiven Kameras auf sie gerichtet.
 
Ich stelle mir vor wie sich Klangmoleküle an den Teilchen des lichttransportierenden Nebels reiben.
Wie sie aus der Reihe tanzen. Um sich durch die Bewegungen der Tänzerin wieder einfangen zu lassen.
 
Klein und fein. Sinnlich. Technisch. Und schwer dennoch zu verstehen. Wie das so alles geht.
All diese Ebenen. Was passiert? Immer wieder. Ein Suchen nach Verstehen. Zulassen. Einordnen.
Ja. Und Nichtverstehen zulassen.
 
Im Atmen.
Im Körper.
Im Sein. ///

 

 

 

 

Text von Valentina Cabro
Fotos von Valentina Cabro

http://www.hellerau.org/state-and-dis-traction

PROBENEINBLICK

Linie 08 

19. und 20. Mai

20 UHR