TanzNetzDresden

was geht was bleibt/ WOHIN WIR GEHEN

In 'wohin wir gehen' loten zwei Choreografinnen das Thema "Gehen" in all seinen Facetten aus.


Ein Rauschen ging durch den Blätterwald. Eine Bewegung geht durch die Reihen der Zuschauer. Ein Aufschrei geht durch die Menge. Die Meldung ging durch alle Zeitungen. Ein Zittern ging durch seinen Körper. Eine Erschütterung geht durch ihre Seele. Ein Raunen ging durch die Runde.

And then they enter.

And then they exit.

 

So selbstverständlich und unbedacht wir das Wort GEHEN ständig benutzen, so vielseitig und vieldeutig kann es sich zeigen.

Gehen ist das, was wir - neben atmen - vielleicht am häufigsten tun. Vor allem aber tun wir es fast ausschließlich mit Grund. Mit einem Ziel. Mit Sinn.
Wir gehen zur Arbeit, wir gehen ins Kino, wir gehen wieder nach hause, wir gehen schlafen. Wir gehen von einer Bewegung zur nächsten. Wir gehen auf, wir gehen ab.
Was wir vermeiden, ist nutzloses vor-sich-hin-gehen. Aber warum?
Die Zeit vergeht. Wir vergehen. Wir gehen mit der Zeit.
Doch was ist das, dieses Gehen? Ansage, Aussage, Absage? Ist der Akt des Gehens ohne Grund gar politisch? Antikapitalistisch? Gehen wir überhaupt noch oder laufen wir nur noch?
 
Romy geht.
Johanna liest.
Johanna geht.
Romy ging.
Benjamin lies gehen.
Das Video geht.
Die Musik ging noch nie.
Wir sind gegangen. Dann.
 
 

 

 

 

 

 

Text von Johanna Roggan

wohin wir gehen

von und mit Johanna Roggan, Romy Schwarzer und Benjamin Schindler

im Rahmen der LINIE 08

was geht was bleibt

 

Sa 9.12     21.30

So 10.12   20.00