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MIchael Freundt (Dachverband tanz Deutschland im Gespräch mit Torben Ibs auf tanznetz.de • + Petition

Im Zuge der deutschlandweiten Debatte um die Kürzungen im Kulturbereich hat Torbien Ibs für tanznetz.de in der vergangenen Woche ein Gespräch mit Michael Freundt, Geschäftsführer des Dachverband Tanz Deutschland geführt. Auch die drohende Streichung der Förderung des TanzNetzDresden wurde hierbei thematisiert. Um auf das gesamte Thema im Allgemeinen sowie unsere Situation im speziellen aufmerksam zu machen, möchten wir an dieser Stelle das Gespräch in Auszügen teilen. Das Gespräch in voller Länge gibt es auf tanznetz.de. Ebenfalls hingewiesen wird im Beitrag nochmals auf die aktuell laufende Petition, an der sich auch das TanzNetzDresden beteiligt. Mehr hierzu gibt es ebenfalls im Blog-Beitrag.

Interview mit Michael Freundt, Geschäftsführer vom Dachverband Tanz Deutschland

Der Tanz musste mit den gestrichenen Förderungen den Staatsminister für Kultur und Medien etwa für das Bündnis internationaler Produktionshäuser oder explore dance ein paar herbe Rückschläge hinnehmen. Was bedeutet das für den Dachverband Tanz Deutschland?

»Dass diese beiden starken Netzwerke keine Bundesmittel mehr erhalten, schwächt die Tanzszene enorm. Wieder einmal gehen langfristig aufgebaute Strukturen verloren, verlieren Künstler*innen ihre home base, sind auf vereinzelte Projekte angewiesen. Mit einer Initiative Tanz haben wir in den letzten Monaten intensiv für eine generell stärkere Tanzförderung geworben. Uns geht es in dieser Initiative – z.B. im TANZPAKT – um bessere Strukturen im Tanz für exzellente künstlerische Strukturen und als Produktionsstrukturen für Tanzschaffende. Es geht nicht allein darum, Projekte zu realisieren, sondern z.B. auch mit dem Nationalen Performance Netz Projekte wesentlich häufiger, nachhaltiger präsentieren zu können.

Generell werben wir mit der Initiative Tanz für eine eigenständige Tanzförderung, die alle Bedarfe des Tanzes im Blick hat, in der freien Szene wie in den Stadt- und Staatstheatern – von Ausbildung und Tanzpädagogik, über die Kunst bis hin zu Tanzpublizistik und Tanzarchiven.«

Wie kann sich der Tanz besser an den offenbar wechselnden Förderprioritäten auf Bundesebene einstellen?

»Zuerst einmal setzt Kulturstaatsminister Wolfram Weimer Prioritäten beim Kampf gegen Rechts und gegen Antisemitismus, da können auch Tanzschaffende sehr gut mitgehen. Museen und Filmförderung – da wird es schon schwieriger. Förderung für Kulturbauten – da haben wir eine Initiative für Tanzhäuser vorgeschlagen, aber die aktuell zusätzlich bewilligten 120 Mio.€ fließen als Deckung der Mehrkosten in laufende Bauprojekte für andere schon bestehende Kulturorte.

Wenn es um die lebendige Kunst geht, um Tanz und Tanzvermittlung, dann ist mein Eindruck bisheriger Gespräche, dass der Staatsminister diesen Bereich einfach nicht auf dem Schirm hat. Kulturbauten werden nur lebendig, wenn sie mit Menschen, mit Künstler*innen verbunden sind. Der Kampf gegen Rechts wird nicht allein medial gewonnen, sondern muss mit kultureller Teilhabe, mit Begegnung, Diskurs, auch mit künstlerischen Mitteln geführt werden.

Wolfram Weimer wird die Verleihung des Deutschen Tanzpreises besuchen, das sehe ich als große Wertschätzung des Tanzes, und da werden wir sicherlich ins Gespräch kommen.«

Sind diese erfolgten Bundeskürzungen auch Signale an die Länder und Kommunen? Bisher war das Bild ja uneinheitlich. Während etwa NRW seine großen Kürzungspläne zurückgenommen hat, steht das TanzNetzDresden auf der Kippe, da im bisherigen Haushaltsentwurf die Fördersumme auf Null steht. 

»Die Länder sind in den letzten Monaten aktiver geworden, haben z.B. als Ko-Finanzierung für TANZPAKT, NPN und explore dance ca. 13 Mio.€ bereitgestellt. Der Bund hat darauf leider gar keine Antwort. Deshalb haben Dachverband Tanz Deutschland und die Initiativgruppe Tanzförderung den Appell an die Bundespolitik gestartet. Wir fordern die Bundespolitik auf, dieses Angebot der Kommunen und Länder mit gleicher Stärke zu beantworten.

Der Bund steht da leider gar nicht im Dialog mit den Ländern. Auf Bundesebene hat die SPD ihr Konzept des kooperativen Kulturföderalismus, in dem Bund und Länder zusammenwirken, aufgegeben und die CDU interessiert sich scheinbar nicht mehr für die Freiheit der Künste, für die Kunst als Teil der bürgerlichen Gesellschaft. Jedenfalls werden Tanzkünstler*innen, Strukturen für den Tanz nicht gestärkt – aber auch die anderen Künste sind im Bundeshaushalt 2026 kaum bedacht.

Mit der Petition setzen wir ein gemeinsames Zeichen für den Erhalt einer vielfältigen, lebendigen und solidarischen Kulturlandschaft in Dresden. Gemeinsam können wir den Druck erhöhen, Öffentlichkeit schaffen und deutlich machen, wie zentral Kultur für das Leben und die Zukunft unserer Stadt ist.«

Den vollständigen Beitrag gibt es unter folgendem Link zu lesen:
tanznetz.de/de/article/2025/michael-freundt-im-gespraech-ueber-die-herben-rueckschlaege-fuer-den-tanz

Petition „Dresden streicht, wovon es lebt!“

Wir unterstützen ausdrücklich die vom Netzwerk Kultur Dresden eingereichte und aktuell laufende Petition mit dem Slogan „Dresden streicht, wovon es lebt„, um auf die Auswirkungen drohender Kürzungen aufmerksam zu machen und dem Stadtrat ein deutliches Signal zu senden: Dresden darf nicht an seiner Kultur sparen.

+++ HIER GEHT ES ZUR PETITION +++

Vielen Dank für euer Unterstützung und euer Engagement!

Als Rückblick zu den Ereignissen in dieser Woche könnt ihr gern unseren Beitrag zu unserer Protestaktion vom 25. November 2025 unter folgendem Link nachlesen:
tanznetzdresden.de/antreten-oder-abtanzen-tanznetzdresden-protestiert-gegen-die-drohende-streichung-der-institutionellen-foerdernung-25-11-2025-vor-dem-rathaus-dresden

Weitere Informationen zur Petition gibt es außerdem auf der Website vom Netzwerk Kultur Dresden unter:
netzwerk-kultur-dresden.de & tanznetzdresden.de/e-petition-netzwerk-kultur-dresden-tanznetzdresden


Weitere aktuelle Informationen findet ihr regelmäßig auf dem Instagram-Kanal des TanzNetzDresden unter:
instagram.com/tanznetzdresden


Titelbild: Eva Radünzel

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